Ein Schmuckfoto der Brücke München

Die BRÜCKE MÜNCHEN feierte 2013 ihr 40-jähriges Bestehen.

Seit ihrer Gründung durch den Kriminologen Prof. Dr. Christian Pfeiffer hat sich die BRÜCKE MÜNCHEN zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil eines sinnvoll verknüpften Systems aus Prävention, Mediation und Sanktion entwickelt.

Begonnen hatte die BRÜCKE MÜNCHEN mit der Bürgerinitiative „Zeitungsabonnement für Gefangene“ unter der Schirmherrschaft des damaligen Bundespräsidenten, die sich erfolgreich darum bemühte, Strafgefangene mit Zeitungen, Zeitschriften und Fachliteratur zu versorgen. Viele Zeitungen unterstützten diese Initiative und veröffentlichten kostenlos die Spendenaufrufe.

Es gab auch Spenden, die dem Verein zur freien Verwendung für die Straffälligenhilfe gegeben wurden. Damit wurden einzelne Gefangene unterstützt. Eine Gruppe von ehrenamtlichen Bewährungshelfern organisierte sich. Mehrere Vorstandsmitglieder der BRÜCKE MÜNCHEN haben über Jahre hinweg in dieser Gruppe mitgearbeitet.

Aus diesen Erfahrungen entwickelte sich die Idee, in einem Modellversuch für jugendliche und heranwachsende Straftäter Alternativen zur herkömmlichen Sanktionspraxis zu erproben.

1978 wurde das Projekt „Jugendrichterliche Weisungen“ ins Leben gerufen.

Obwohl Weisungen im Jugendgerichtsgesetz von 1953 durchaus eine Rolle spielten, bedurfte es einiger Prozesse des Umdenkens, bevor sich neben Bußgeld und Arrest als Antwort auf jugendliches Fehlverhalten Alternativen entwickelten und durchsetzten.

Die BRÜCKE MÜNCHEN gilt als Vorreiter auf dem Gebiet der ambulanten Maßnahmen. Im Juli 1985 wurde die BRÜCKE MÜNCHEN für ihre Initiativen auf dem Gebiet der Jugendhilfe mit dem Sozialpreis der „Bayerischen Landesstiftung“ ausgezeichnet.

1987 kam das Modellprojekt „Täter-Opfer-Ausgleich“ hinzu. TOA-Projekte sind damals in verschiedenen Bundesländern so erfolgreich verlaufen, dass diese Maßnahme im Jugendgerichtsgesetz (JGG) in den § 10 Abs. I Nr. 7 JGG und § 45 Abs. II JGG aufgenommen wurde. Seit 1997 führt die BRÜCKE MÜNCHEN auch den TOA nach dem Allgemeinen Strafrecht (§ 46 a StGB) durch.

Aus den positiven Erfahrungen des Täter-Opfer-Ausgleichs heraus entwickelte die BRÜCKE MÜNCHEN ein Konzept zur „Konfliktbearbeitung an Schulen“, dessen Umsetzung einen wesentliche Beitrag leistet, einen neuen lösungsorientierten Umgang mit den im Schulalltag auftretenden Konflikten zu finden. Dies trägt wesentlich zur Gewaltprävention an Schulen bei.

Das von der BRÜCKE MÜNCHEN zusammen mit Staatsanwaltschaft, Polizei und Stadtjugendamt konzipierte „Projekt Graffiti München“ bietet einerseits Sprayern die Möglichkeit Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und sich aktiv für eine Schadenswiedergutmachung einzusetzen, und andererseits Unterstützung für die Geschädigten bei der Erlangung des Schadensausgleichs.

Zum 40-jährigen Bestehen brachte die BRÜCKE MÜNCHEN eine überarbeitete Fassung ihres Buches heraus mit dem Titel: "Prävention - Mediation - Sanktion. Die Konzeptionen der BRÜCKE MÜNCHEN". Dieses Buch kann über den Buchhandel bezogen werden.