Ein Schmuckfoto der Brücke München
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Berufsbegleitender Lehrgang


"Konfliktbearbeitung an Schulen"

 

Seit dem Jahre 1999 bietet die Brücke e.V. München in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendamt München einen einjährigen berufsbegleitenden Lehrgang an zum Thema „Konfliktbearbeitung an Schulen“. Im Schuljahr 2018/19 richtet sich dieses Angebot schwerpunktmäßig an Mittel- und Realschulen.

Zielgruppe und Dauer
Der Lehrgang erstreckt sich über die Dauer eines Schuljahres und richtet sich an Lehrkräfte und Sozialpädagog_innen (vorzugsweise aus Schulsozialarbeit und Einrichtungen der Jugendhilfe), die in interdisziplinären Teams („Tandems“) an ihren jeweiligen Schulen Bausteine der Konfliktarbeit durchführen wollen.

Zielsetzung
Ziel des Lehrgangs ist es, die teilnehmenden Lehrkräfte und Sozialpädagog_innen zu befähigen, eine konstruktive, mediative Konfliktbearbeitung als ganzheitlichen, systemischen Ansatz in den Alltag ihrer Schule zu transferieren. Die Teilnehmer_innen des Lehrgangs reflektieren und vertiefen im Laufe der Ausbildung die notwendigen Kompetenzen, um selbständig Angebote der Konfliktbearbeitung (Präventive Angebote, Konfliktmoderation, Umgang mit Mobbing, Peer-Mediation, Mediation) für Schüler_innen und Lehrer_innen an ihrer Schule zu planen, zu entwickeln und durchzuführen.

Lehrgangsaufbau und Arbeitsweise
Der Aufbau des Lehrgangs sieht einen Wechsel von vier 2,5-tägigen Modulen und dazwischenliegenden Zeiten der Praxiserprobung an den jeweiligen Schulen vor. Den Teilnehmer_innen wird so Gelegenheit gegeben, die in den Modulen erarbeiteten Kenntnisse und Fertigkeiten in der Praxis anzuwenden, unter Anleitung zu reflektieren (Coaching) und den eigenen Einsatz in der Schule Schritt für Schritt auszuweiten. In dem an das Ausbildungsjahr anschließendem Schuljahr erhalten alle Teilnehmer_innen darüber hinaus das Angebot einer externen Supervision zur Reflexion ihrer Praxisarbeit und weiteren Verfestigung des Erlernten.
Die Arbeitsweise auf den vier Ausbildungsmodulen ist praxis-, teilnehmer- und prozessorientiert. Im didaktischen Wechsel geben die Trainer_innen Inputs zu den theoretischen und methodischen Grundlagen und üben die praktische Umsetzung mit den Teilnehmer_innen u.a. in Form von Rollenspielen und Planspielen ein.

Leitung des Lehrgangs
Renate Grote-Giersch, Dipl. Mediatorin, MA Social Science, Dipl. Sozialpädagogin
Jutta Wolf, Dipl. Sozialpädagogin, Mediatorin, Gestaltberaterin
Bernhard Weyer, M.A. Päd. Psych. Math., Dipl. Soz.Päd., Gestalttherapeut, Mediator

Alle drei Trainer_innen verfügen über fundierte Erfahrung als Mediator_in im Schulbereich und als Ausbilder_in für Mediation und Konfliktbearbeitung.

Kosten
Die Lehrgangskosten werden im Wesentlichen vom Stadtjugendamt München (incl. Übernachtung im Einzelzimmer und Vollverpflegung) getragen. Von den Teilnehmer_innen wird eine Eigenbeteiligung in Höhe von 250, - € für den gesamten Lehrgang erhoben. Die Module finden in auswärtigen Tagungshäusern (Änderungen der Häuser sind vorbehalten) statt.


Termine und Orte: Beginn jeweils 15:30 Uhr, Ende jeweils 15 Uhr

Modul 1: 18.10.18 – 20.10.18 Georg-von-Vollmar-Akademie in Kochel am See
Modul 2: 31.01.19 – 02.02.19 Bildungshaus St. Martin in Bernried am Starnberger See
Modul 3: 04.04.19 – 06.04.19 Tagungshaus Schloss Hirschberg in 92339 Beilngries
Modul 4: 04.07.19 – 06.07.19 Georg-von-Vollmar-Akademie in Kochel am See
Abschlusstag: Mitte Juli 2019 München


Lehrgangsinhalte


Modul 1 Prävention: Förderung der sozialen Kompetenz im Klassenverband

Ein erster Schritt, Schüler_innen auf eine offene, konstruktive und enttabuisierte Form des Umgangs mit Konflikten vorzubereiten, ist das Konflikt- und Kompetenztraining im Klassenverband. Inhalt des ersten Moduls ist daher die Gestaltung und Durchführung eines solchen Klassenprojekts. Im Mittelpunkt stehen Methoden und praktische Übungen zu folgenden Themenkomplexen: Kennenlernen und Gruppenfindung, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Empathie, Kommunikation und Kooperation, konstruktive Konfliktaustragung

Anschließende Praxiserprobung / -umsetzung:
In Teams von (in der Regel) 2 Personen bieten die Teilnehmer_innen im Anschluss an das Modul ihren Schulen ein Kompetenz- und Konflikttraining an. Sowohl bei der Planung (Programmausarbeitung) als auch bei der Durchführung der Projekteinheit(en) werden sie von den Trainer_innen des Lehrgangs unterstützt. Die Trainer_innen reflektieren mit den Teams die erarbeiteten Programme und sind bei der Durchführung des Trainings vor Ort anwesend, um die Teilnehmer_innen zu coachen. In einer Nachbesprechung wird das von den Teams angeleitete Training nochmals reflektiert und ausgewertet.


Modul 2 Mediation als Methode der Konfliktregelung einzelner Konfliktparteien

Im zweiten Modul werden die Teilnehmer_innen in die Mediation als Methode der Konfliktregelung eingeführt. Zunächst werden die für die hierfür relevanten Grundlagen der Konflikttheorie vermittelt. Anschließend werden die Grundannahmen der Mediation vorgestellt, die Teilnehmer_innen lernen den phasenhaften Verlauf der Mediation kennen und werden mit den für die Mediation wichtigen Gesprächsführungstechniken vertraut gemacht.

Anschließende Praxiserprobung / -umsetzung:
Die Teilnehmer_innen erhalten die Gelegenheit, zwischen Module 2 und 3 Mediationsgespräche in Rollenspielen zu erproben. Dabei ist die Gruppengröße so konzipiert, dass jede Teilnehmer_in die verschiedenen Rollen (Einzel- und Co-Mediator_innen sowie Konfliktparteien) des Mediationsverfahrens ebenso wie die qualifizierte Beobachterrolle einnehmen kann.

 


Modul 3 Intervention: Konfliktmoderation in Klassen und Gruppen

Im 3 Modul des Lehrgangs werden die Teilnehmer_innen dahingehend geschult, bei aktuellen Konflikten in Schulklassen oder Schülergruppen eine zielgerichtete Moderation durchzuführen. Inhalte des Workshops sind Basiswissen und Techniken der Konfliktmoderation in Gruppen sowie Gesprächstechniken, die mediative Vorgehensweisen und Anforderungen berücksichtigen.

Anschließende Praxiserprobung/-umsetzung:
Die Teilnehmer_innen führen als "Tandem" an ihren Schulen eine Konfliktmoderation im Klassenverband bzw. mit Schülergruppen auf der Grundlage zuvor erlernter Praxismodelle durch. Planung, Programmerarbeitung, Coaching und Nachbesprechung verlaufen analog zu der Praxiserprobung nach Modul 1.

 

Modul 4 Umgang mit Mobbing und Training zur Ausbildung von Schülerstreit-
schlichter_innen

Ein Themenschwerpunkt des vierten Moduls wird das Erkennen des Phänomens Mobbing sein. Mit den Teilnehmer_innen werden zwei Interventionsansätze (Konfrontativer Ansatz und No-Blame-Approach) zum Umgang mit Mobbingsituationen bearbeitet. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Training und die Begleitung von Schülerstreitschlichter_innen (Peer-Mediation).

 

Supervision:
Weitere Unterstützung erhalten die Teilnehmer_innen durch das Angebot der BRÜCKE MÜNCHEN e.V., im anschließenden Schuljahr an einer, die Praxis begleitenden Supervision teilzunehmen.


Abschlusstag im Juli 2019:
Der Abschlusstag an einem Nachmittag dient der Auswertung des Lehrgangs. Anschließend findet eine feierliche Zertifikatsvergabe und ein gemeinsames Abendessen statt.